Privat | Reisebericht

Überwinterung 2022/2023 – Tag 29

von am

Dienstag, 29. November 2022

12600 La Vall d’Uixó – 12520 Nules: 20km

OMG! Was für eine schreckliche Nacht und dabei waren die Nachbarn alle ruhig…

Um 21.30Uhr bin ich mit zwei Wärmflaschen ins Bett gegangen. So weit so gut. Schlafe auch gut und schnell ein. Doch dann geht es los mit dem Frieren und den Schmerzen…

Um 0.00Uhr stehe ich das erste Mal auf und rühre mir eine Aspirin-Complex (*unbezahlte Werbung*) in ein halbes Glas Wasser ein. Das Einrühren geht ja noch – irgendwie, doch das Trinken erweist sich als eine große Herausforderung! Nicht etwas weil mein Hals so weh tut, sondern weil ich so heftig zittere, dass ich den Inhalt fast verschütte statt ihn in meinen Mund zu bekommen. Ist gar nicht so einfach. Gleich mal ausnutzen, noch schnell einen kurzen Stopp auf Toilette UND die Heizung auf 15 Grad stellen, damit die Temperatur ja nicht drunter geht. Ab ins Bett und gleich noch die zwei Felle über mich schmeißen, denn ich friere ohne Ende.

3.30Uhr: Ich liege seit einer Stunde im Bett und kann mich nicht einmal umdrehen, weil mir so kalt ist und jede Bewegung weh tut… Irgendwie zwinge ich mich doch wieder raus, trinke ein Glas Wasser und nehme eine Ibu (*unbezahlte Werbung*) ein, denn das andere Mittelchen hilft nicht gegen meine Bein-, Rücken- und Lendenschmerzen. Stelle die Heizung auf 20 Grad und wieder ins Bett!

4.30Uhr: Bin schon wieder wach, jetzt weil ich meine Mütze zum Schlafen „verloren“ habe. Will sie wieder aufsetzen, doch die ist pitschnass vom vielen Schwitzen. Kurzerhand drehe ich sie einfach mal auf links und ziehe sie wieder an, denn wenn mein Kopf kalt ist, kann ich nicht mehr schlafen und so geht’s einigermaßen.

7.00Uhr: Ich stehe auf und drehe die Heizung komplett auf! Mir ist sooo kalt und noch dazu bin ich pitschnass geschwitzt. Als erstes gebe ich mir nochmal die volle Dröhnung damit ich heute überhaupt funktioniere. Lüfte ordentlich das Bett, zieh mich warm an und räume sonst noch alles auf. Gespült habe ich gestern Abend nämlich auch nicht mehr.

Um 9.30Uhr fahre ich los – theoretisch in Richtung Peñíscola – doch ich bin noch keine fünf Minuten gefahren als ich mich um entscheide und nach Nules fahre, was nur 20km und 20 Minuten entfernt liegt. Mir ist irgendwie heute nicht nach längerer Autofahrt. Kann mich kaum konzentrieren…

In Nules laufe ich gleich mal an den Strand, denn dieser Ausblick heitert mich meistens auf.

Nach einem mini-kurzen Strandspaziergang über ganz viele Steine sitze ich schon wieder in der Trude. Theoretisch will ich gerne mein Hörbuch weiterverfolgen, doch nach ein paar Minuten weiß ich schon nicht mehr wer, wann, wo und wen getroffen hat. Heute passt das beim meinem Kopf irgendwie nicht mit dem Hörbuch.

Um die Mittagszeit, gehe ich nochmals an den Strand und nehme sogar meine Yoga-Matte mit, weil ich mich dort ein bisschen in die Sonne legen möchte. Doch irgendwie läuft hier eine komische Gestalt rum. Also Yoga-Matte wieder einpacken und zurück an die Trude laufen. Die komische Gestalt zieht dann auch gleich weiter und alles ist gut. Problem gelöst!

Also alles wieder abladen und die Sonne ausnutzen. Auch wenn es mir nicht sooo gut geht, sollte ich mich ein klein wenig bewegen. Ich laufe ums Quadrat und entdecke dies… Eine Art See und alle Enten kommen aus dem Wasser raus und zu mir gewatschelt. Sie denken wohl, dass ich etwas zum Essen dabei habe. Dem ist nur leider nicht so. *sorry!*

Es ist gerade so herrlich, dass ich nochmals einen kleinen Abstecher an den Strand mache, ein paar Muscheln und Schnecke sammle und ein paar wunderschöne Steine entdecke.

Jetzt wird’s Zeit, dass ich an die Trude komme. Ich fühle mich wieder absolut schwach, friere, habe Schmerzen… Das volle Programm eben. Die Temperatur fängt auch noch an ein wenig zu steigen – also meine Temperatur… *oh man* Der nächste Cocktail wartet schon. Eigentlich bin ich kein Freund von Tabletten, doch wenn es mir so sch… geht, dann nehme ich sie freiwillig. Ja, manchmal geht’s nicht anders.

Den Rest des Nachmittages verbringe ich in der Trude. Ich schreibe Reisebericht – viel langsamer als sonst…, telefoniere mit meinen Lieblingsmenschen und lass ich ein wenig von ihnen aufmuntern, backe mir sogar ein paar Maronen, die ich mir gestern gekauft habe und stelle meine Fundstücke ins Wasser. Zum Abendessen gibt’s wahrscheinlich die Reste von gestern, so muss ich nicht wieder kochen… *lach*

Viel mehr wird heute auch nicht mehr passieren. Vielleicht doch noch mal mit dem Hörbuch durchstarten,… Auf jeden Fall heute früh ins Bett gehen, mich Einmurmeln und hoffen, dass Morgen der ganze Spuk wieder vorbei ist… Er kam ganz schnell, also darf er auch ganz schnell wieder gehen! *bitte, bitte* Ist echt nicht schön, wenn man unterwegs krank wird. Bin allerdings echt froh, dass ich die Sprache beherrsche und mir notfalls weiterhelfen kann.

Im Moment muss ich gestehen, bin ich am überlegen, ob ich meine Reise in die entgegengesetzte Richtung weiterführen soll und wieder bei meinen Eltern vorbei schaue, bis ich mich auskuriert habe. Sind von hier aus nur 111km und 1 Stunde 15 Minuten Fahrt. Wäre machbar nach einem „Cocktail“ und vielleicht mit mehreren Pausen… Aber erst einmal abwarten wie die Nacht wird und Morgen früh entscheide ich dann spontan. Drück mir die Daumen, dass es bald wieder rum ist!

Alles Liebe aus dem Krankenlager, Susana

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12tel-Blick

12tel-Blick im November 2022

von am

Ursprünglich von Tabea Heinicker ins Leben gerufen und jetzt von Eva Fuchs weiter geführt.

Im Großen und Ganzen geht es darum, 12 mal im Jahr von einem Standpunkt aus ein Foto zu machen und dabei zu versuchen, den Blickwinkel so genau wie möglich zu treffen.

Dieses Jahr fotografiere ich ebenfalls im Bereich direkt vor unserer Haustür – allerdings im Bereich unserer neuen Wohnungstür. Wie Du vielleicht schon weißt, wohnen wir direkt am Waldrand und was gibt es schöneres, als die Natur zu fotografieren. Ich bin schon sehr gespannt wie sich alles wieder im Laufe des Jahres verändern wird.

Hier mein Beitrag für November…

Sorry, der fällt diesen Monat aus, da ich ja zur Zeit in Spanien unterwegs bin…

Alles Liebe, Susana

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Privat | Reisebericht

Überwinterung 2022/2023 – Tag 28

von am 29. November 2022

Montag, 28. November 2022

46680 Algemesí – 12600 La Vall d’Uixó: 111km

Gestern Abend hatte ich wieder ein kleines Konzert vor meiner Haustür… – und das um 23.00Uhr, nachdem ich schon eine Stunde geschlafen habe. Drei Teenies dachten sie müssten ihre Namen ganz nach Montessori-Art (*unbezahlte Werbung*) tanzen. Die eine hat einen Buchstaben laut gerufen, die andere hat ihn getanzt und der Junge hat in sein Handy geschaut, Musik dazu angemacht und auf den Hund gut eingeredet, damit er endlich sein Geschäft macht. *oh man* Eine gute halbe Stunde ging das… Und wieder: „Tanz mir ein M!“ „Tanz mir ein A!“ „Tanz mir ein R!“ „Tanz mit ein I!“ „Tanz mir ein A!“ „yeahhhh! – MARIA… und jetzt meinen Namen…“ OH NEIN!! Bitte aufhören!! *lach* Aber keine Chance!! Irgendwann war dann wohl der Hund doch fertig und sie sind gegangen. Danach konnte ich endlich wieder schlafen!

Heute Morgen stehe ich wieder recht pünktlich auf und da es kalt ist, mache ich die Heizung an. Allerdings springt sie nach nur einer Minute auf Rot um. Oh je… oder… Gott sei Dank… die Gasflasche ist endlich leer und ich kann Ersatz holen. Dachte schon sie hebt ewig.

Nun gut, in der kalten Trude ziehe ich mich schnell an, räume alles auf, fahre einmal im Quadrat und stelle mich an die Zapfsäule damit ich nicht so weit mit meiner Gießkanne laufen muss. Viermal laufen reicht und der Wassertank zeigt Dreiviertel voll an. So viel Wasser habe ich wohl die letzten Tage doch nicht verbraucht – war ja kaum zu Hause… *lach*

An der Kneipe neben an erkundige ich mich, wo denn die nächste Tankstelle ist, damit ich die neue Gasflasche kaufen kann. Nach einer kurzen Erklärung finde ich ein Stück vor dem Bahnhof eine Tankstelle. Die Dame vor Ort erklärt mir allerdings, dass sie nur noch Cepsa- (*unbezahlte Werbung*) führen und keine Repsol-Flaschen (*unbezahlte Werbung*), die ich allerdings brauche. Sie sagt auch, dass seit über einem Jahr in ganz Algemesí keine einzige Tankstelle diese mehr führt.

Mein Onkel rät mir allerdings dazu am anderen Ende der Stadt noch mal zu schauen, dort gibt es sie meistens. Doch auch dort sagt man mir das gleiche und verweist mich auf eine Repsol-Tankstelle (*unbezahlte Werbung*) – allerdings ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Egal! Hauptsache ich bekomme die Gasflasche getauscht und muss nicht weiter suchen!!

An der Tankstelle hilft mir die nette Dame die Propan-Gasflasche zu wechseln, allerdings bekommen wir erst das rosa Plastik-Käppchen nicht von der Flasche ab und dann den Anschluss irgendwie nicht richtig drauf gedrückt. Ein weiterer Kunde hilft uns dann. Er dreht den Hahn zu statt auf, lässt es klicken und fertig. Jetzt nur noch aufdrehen bis es zischt… und nach mehreren Versuchen läuft dann auch wieder der Herd und die Heizung – der Kühlschrank leider immer noch nicht…

Jetzt fehlt nur noch die Flasche fest machen. Doch dabei bricht mir ein Plastikteilchen am Verschluss ab und somit kann ich die Flasche nicht mehr befestigen. *oh man* Da fängt der Tag ja gut an! Was jetzt? Ich habe schon vorher meinen Lieblingsmensch angerufen, weil ich am Verzweifeln bin, weil die Heizung einfach nicht mehr brummen will, trotz neuer Gasflasche und jetzt muss ich ihn gleich nochmal anrufen…

Gott sei Dank, geht er immer gleich dran, weiß immer einen Rat und behält einen kühlen Kopf! Ich bin da jedes Mal schon durch mit meinen Nerven. Zum einen sagt er, ich soll nicht an der Heizung prüfen, ob das Gas funktioniert, sondern am Herd. Gesagt, getan und es läuft. Und zum anderen beruhigt er mich und sagt mir, dass hinten drin im Werkzeugkasten in der Garage ein weiterer Spanngurt liegt… Er sagt mir auch wie ich ihn am besten befestigt bekomme ohne die Gasflasche wieder abmachen und raus nehmen zu müssen und ich laufe schon mal zur netten Dame um zu schauen, ob sie einen Tacker für mich hat! Ich befestige also die zwei Gurte an den Stellen ohne Verschluss aneinander und ziehe vorsichtig den alten Gurt aus der Befestigung raus und gleichzeitig den Neuen rein. Na also, läuft!! Zumindest eine Sache – ohne weitere Zwischenfälle und da der Verschluss dieses Mal aus Metall ist, sollte jetzt auch nichts mehr abbrechen.

Endlich ist das Problem gelöst! Auch wenn ich jetzt fix und fertig bin! Für die Gasflasche zahle ich 16,80€ und werde gefragt, ob ich nicht den Schäferhund adoptieren möchte, der hier immer seine Runden dreht, obwohl er einen Besitzer hat. Ich verneine es, obwohl ich ja schon gerne einen Hund hätte… Doch er hat ja einen Besitzer! *lach* Darauf hin erzählt sie mir, dass sie hinten ein paar Babykatzen hat und dafür auch Adoptiveltern sucht. Ca. sechs Monate sind sie alt und sie kann sie nicht raus lassen, weil der Hund da rum lungert… Ich gerate kurz in Versuchung, sage dann aber doch ab. *lach*

Eine ganze Stunde ist mit Tankstelle suchen und Gasflasche wechseln drauf gegangen. Es ist schon 10.00Uhr und ich kann jetzt endlich meine Fahrt nach La Vall d’Uixó starten. Gegen kurz nach 11.00Uhr bin ich dann auch da, denn ich bin Autobahn gefahren… Wollte nämlich nicht wieder Mitten durch Valencia geschickt werden! Das ist echt anstrengend und für heute hatte ich theoretisch schon genug Action…

Dort angekommen steht die Trude zwar gerade – was vorne und hinten betrifft, allerdings könnte ich heute Nacht ein wenig in Richtung Toilette rollen… *lach* Doch zum einen gibt’s keinen besseren Parkplatz, denn dass ist der letzte freie Platz, und zum anderen trau ich mich nicht auf die Keile – also muss es so irgendwie gehen und ganz so schlimm ist es ja doch nicht. Ich richte mich ein, packe mir den Müll, den ich heute noch nicht entsorgt habe, laufe an den Mülleimern vorbei und dann an die Touri-Info, die hier um die Ecke ist. Dort bekomme ich gleich einen Wanderplan und weitere Infos zur Altstadt und zu dem unterirdischem Fluss „Coves de Sant Josep“ (*unbezahlte Werbung*).

An den „Coves de Sant Josep“ angekommen, bekomme ich noch ein Ticket für um 13.00Uhr. Habe also noch fast eine Stunde Zeit. Ganz in der Nähe soll es eine kleine Kirche, eine Ausgrabungsstätte und einen schönen Aussichtspunkt geben. Okay… Es sollen auch nur ein paar Stufen bis da oben sein… Die paar Stufen sind ganze 150 Stück!! Ahhh!! Meine armen Beine!!

Es sieht hier allerdings wirklich schön aus. Die Kirche ist leider zu. Doch die Aussicht ist wirklich schön. Ich mache ein paar schöne Fotos und laufe wieder runter.

Kaum unten angekommen, werde ich in die Höhle und zu den Booten gebeten. Sie haben noch einen Platz frei und da ich alleine reise, passt das prima. So komme ich schon um 12.30Uhr zu meinem Genuss. Die Bootsfahrt ist klasse. Es ist schon ein sehr wackeliges Abenteuer überhaupt ins Boot zu kommen ohne das wir entern. *lach* Ständig heißt es, guck mal hier, guck mal dort, doch vor allem guck nach vorne und zieh den Kopf ein!! An manchen Stellen ist es in der Tat sehr, sehr eng! Normalerweise habe ich in engen Räumen immer Platzangst, doch anscheinen nicht, wenn es Naturphänomene sind…

Nach einer kurzen Fahrt dürfen wir alle wieder aus dem Boot steigen und ein Stück der Strecke zu Fuß hinter uns bringen. Leider dürfen hier keine Fotos gemacht werden und ich halte mich an die Vorschriften. Am anderen Ende werden wir wieder eingesammelt und die Fahrt zurück beginnt.

Der Fluss ist zum Teil zwischen einem halben Meter und elf Meter tief. Wenn es zu arg regnet, wie z.B. letztes Frühjahr, steigt das Wasser in den Höhlen bis zu zwei Meter an und die Höhlen müssen geschlossen werden. Das Wasser im Fluss ist Süßwasser und es leben wohl einige durchsichtige Albino-Krabben darin. Als krönenden Abschluss gibt es ein paar Minuten lang eine Lichter- und Musik-Show in der Höhle. Ich erschrecke so sehr als es ohne Vorwarnung und von jetzt auf gleich stockfinster wird, dass ich mich am liebsten am Bein vom Nachbarn festkrallen würde. Doch stattdessen halte ich mich selbst fest… *seufz*

Vor etlichen Jahren gab es hier auch sehr viele Fledermäuse, wie uns erzählt wird, doch durch die vielen Besuche haben sie sich jetzt einen anderen Platz gesucht und die Szene wird nur noch nachgestellt. Den Ursprung der Quelle hat man bis jetzt noch nicht gefunden und nach dem offiziellen Besucherteil erstreckt sich ein weiterer Teil von 2,6km Länge, was allerdings nur für erfahrene Taucher frei gegeben ist und auch noch weiter erforscht wird. Ich finde es sehr interessant und einige Bilder dürfen wir dann doch noch schießen…

Eins von mir gibt’s am Höhleneingang dann auch noch dazu, auch wenn es nicht ganz billig ist… 6,00€ zahle ich für das Foto und 14,00€ für den Eintritt.

Übrigens, in dem Teil der nicht fotografiert werden darf, gibt es sehr viele Stalaktiten die über elf Meter lang und mindestens 30.000 Jahre alt sind. Ein Stalaktit braucht ca. 100 Jahre um 1cm zu wachsen. Wahnsinn!! Überhaupt ist de schönere Teil des Ganzen das Stück, was nicht fotografiert werden darf…

Danach entscheide ich mich, nicht erst wieder an die Trude zu gehen, sondern gleich die Wanderung in Angriff zu nehmen, die verschiedene Ruinen vom spanischen Bürgerkrieg aufzeigt. Zur Auswahl stehen zwei Wanderrouten… Ich laufe los und kann mich ja im Nachhinein noch entscheiden, ob ich „nur“ die Route 1 oder die Route 1 + 2 in Angriff nehme – Route 2 ist nämlich eine Art Verlängerung der Route 1.

Es fängt zwar bergauf aber doch recht gemütlich und auf ebenen Wegen an. Doch dann… Wie können die das hier einen Wanderweg nennen?? Das sind Steine, Geröll, Felsen, noch mehr Steine und noch mehr Geröll, tausende Büsche die den Weg versperren und so weiter… Doch einen richtigen Wanderweg kann ich hier nicht sehen!! Oder bin ich von Deutschland nur zu sehr verwöhnt?? Jedes Mal denke ich, dass es nicht mehr weiter geht oder ich mich verlaufen habe und dann taucht doch jedes Mal – Gott sei Dank – ein Schild auf, das ich richtig bin!!

Ein paar Mal muss ich echt aufpassen um nicht auszurutschen oder mir gar den Fuß zu verknacksen oder zu verstauchen. Zwischendurch komme ich echt an meine Grenzen, doch wenn Du schon länger hier mitliest, dann weißt Du, dass umdrehen für mich nur in Ausnahmefällen eine Option ist. Ich beiße also die Zähne zusammen und laufe weiter – allerdings spare ich mir die Route 2!! Mit der Route 1 habe ich schon mehr als genug zu tun und dabei steht da für Anfänger dran… Okay… *lach* Bin ich vielleicht doch ein Weichei… *seufz*

In etwa Mitten auf der Strecke finde ich dann tatsächlich einen Schützengraben und steige selbstverständlich auch rein. *lach* Hab ja noch nicht genug Abenteuer… *Augenroll* Allerdings schieße ich hier nur ein paar Bilder! Ist aber schon ein komisches Gefühl, wenn Du weißt, dass hier wirklich mal Soldaten in voller Montur gestanden haben…

Unten angekommen wird es wieder besser, denn das letzte Stück führt mich durch eine Art Wald an dem es viele Schilder mit den Beschriftungen der einzelnen Bäume gibt. Und dann… Dann sehe ich endlich die Trude wieder!! Juhuu!! Ich habe nämlich Durst und Hunger! Habe nämlich nur eine mini kleine Flasche Wasser mitgenommen und der Weg hat sich doch ganz schön gezogen. Ich dachte, ich wäre schneller…

Jetzt wird schnell was gegessen und getrunken, denn ich möchte noch die Altstadt sehen! Es ist zwar ein Stück zu laufen, doch ich hab ja Zeit… Es ist erst 15.00Uhr und sooo weit wird es doch nicht sein… Oder?!

Ich laufe los und an der „Bogen-Brücke“ treffe ich zwei ältere Herrschaften, die ich nach dem Weg frage. Die Dame steht einfach auf und sagt zu mir: „Komm mein Kind, begleite mich, ich zeige Dir mal eine schöne Kapelle!“ Und schon laufen wir los. Sie erzählt mir von sich und ihren Kindern und dass in dem alten Teil der Stadt auch nur noch alte Menschen leben und es hier fast wie ausgestorben ist – ganz anders im jungen und modernen Teil der Stadt. Sie läuft sogar zur Nachbarin und holt den Schlüssel für die Kapelle damit ich sie auch von Innen fotografieren kann. Ist das nicht lieb! Sie erzählt mir, dass sie sich hier jeden Tag mit ihren Freundinnen trifft – die „Alten“ – wie sie so schön sagt, die mindestens genauso alt sind wie sie – um den Rosenkranz zu beten. Jeden Tag!!

Ich bedanke mich recht herzlich bei ihr und laufe dann weiter um noch anderes zu entdecken. Den Plan von der Touri-Info habe ich allerdings in der Trude vergessen und daher verläuft der Nachmittag insgesamt ein wenig planlos. Ich entdecke noch eine Kirche, das Rathaus und trinke um die Ecke einen Kaffee, weil ich auch noch ganz dringen wo hin muss…

Kaufe dann im nahegelegenen Mercadona (*unbezahlte Werbung*) noch ein wenig fürs Abendessen ein und obwohl ich schon fix und fertig bin, laufe ich noch bis zur nächsten Kirche. Leider sind alle Kirchen zu.

Ich kann nicht mehr! Der Rucksack und die Tasche sind schwer und ich habe noch mindestens 45 Minuten Fußweg vor mir! Oh je! Heute habe ich mich wirklich übernommen! Bergauf und bergab geht es in der Altstadt weiter, immer einen Fuß vor den anderen setzen und um Viertel vor Sechs komme ich endlich an der Trude fix und fertig und halb verfroren wieder an. Insgesamt bin ich heute 11,5km gelaufen.

Unterwegs sind mir noch zwei Kuriositäten aufgefallen. Zum einen haben in der einen Straße alle Häuser zwei Hausnummern – allerdings konnte ich nicht raus finden warum. Und zum anderen stehen an vielen Häusern mit Wasser gefüllten Flaschen an den Ecken. Hier habe ich rausgefunden, dass sie das machen, damit die Hunde nicht an die Hauswände pinkeln können… Na dann…

Bei der Wanderung habe ich meine Jeansjacke noch dabei und danach habe ich sie in der Trude gelassen. Die Retourkutsche habe ich jetzt davon, denn seit dem habe ich auf der linken Seite heftige Halsschmerzen und mein linker Lymphknoten ist ein bisschen angeschwollen. Das Schlimme allerdings ist, dass ich vergessen habe frischen Ingwer zu kaufen. So ein Mist! Hoffentlich hilft Honig alleine auch schon ein wenig! Ich werde mich nachher auf jeden Fall gut einpacken und mir beide Wärmflaschen machen. Bin sogar am Überlegen, ob ich eine Schmerztablette nehmen soll und ob ich die Heizung auf niedriger Stellung laufen lassen soll damit es Morgen früh nicht wieder so eiskalt ist. Na mal schauen, wie ich mich bei beidem nachher entscheide… Ich muss es echt langsamer angehen lassen!! Ich habe es heute definitiv übertrieben! Normalerweise bin ich spätestens um 16.30Uhr wieder an der Trude… *seufz*

Der Platz hier ist übrigens randvoll mit Wohnmobilen, doch im Moment scheint es ruhig zu sein. Hoffen wir mal, dass es so bleibt und ich heute gut schlafen kann, dass ich Morgen früh wieder fit bin. Das nächste Ziel habe ich schon rausgesucht… Jetzt telefoniere ich noch mit meinem Lieblingsmensch und mach mich gleich Bettfertig, denn es ist mittlerweile schon 21.00Uhr! Gute Nacht und…

Alles Liebe, Susana

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Karten | Verpackung

Nichtweihnachtlicher Weihnachts-Workshop 3.0

von am

Und der letzte „nichtweihnachtliche“ Weihnachts-Workshop meinerseits von Jasmin (*unbezahlte Werbung*).

Ich fange mal mit der Flaschen-Tüte im Pusteblumen-Look an…

Als nächstes kommt eine Kombi aus einer Schachtel für eine Tafel Schokolade und der dazu passenden Karte im Herzchen-Look…

Und als drittes im Bunde eine „Leporello“-Karte im Reisefieber…

Laut meiner Vorlage hätten theoretisch die Umschläge quadratisch werden sollen, doch das hat irgendwie nicht hingehauen. Ich finde es allerdings gar nicht schlimm.

Es hat auf jeden Fall mega Spaß gemacht und ich freue mich schon auf neue Workshops…

Alles Liebe, Susana

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