Privat | Reisebericht

Ostsee-Tour II

23. Juni 2022

Tag 3: Sonntag, 05.06.2022 – Pfingsten

Meinhard – „Bode-Kirchhoff“ in 38536 Meinersen (NI): 183km

Der heutige Tag fängt leider mit einer ganz, ganz schrecklichen Nachricht an. Der beste Freund meines Lieblingsmenschen – gerade mal 50 Jahre alt – ist gestern Nachmittag bei einem Verkehrsunfall mit dem Rad tödlich verunglückt. Er war auf der Stelle tot. Eine Welt ist zusammengebrochen. Wir sind wie erstarrt und können es nicht fassen. Es ist so unwirklich. Das kann nicht sein. Uns fehlen die Worte…

***Lieber T., Ruhe in Frieden! Wir tragen Dich im Herzen bei uns!***

Nachdem wir uns einigermaßen wieder gefasst haben, beschließen wir den Urlaub nicht abzubrechen. Für ihn können wir sowieso nichts mehr tun und die Freundin ist von ihrer Familie und lieben Freunden bestens versorgt. Wir packen zusammen und fahren schweigend, jeder in seinen Gedanken versunken und mit getrübter Stimmung weiter.

Unsere erste Station ist das Internationale Mühlenmuseum (*unbezahlte Werbung*) in Gifhorn, dass im Moment nur für Sonderveranstaltungen geöffnet hat. Wir haben also mega Glück, dass dort gerade das Pfingst-Fest stattfindet und wir noch nicht einmal Eintritt zahlen müssen. Nachdem wir uns einige Windmühlen angeschaut haben, bekommen wir Hunger, denn wir haben heute nichts gefrühstückt.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und einer mega langen Schlange, bekommen wir endlich unser „Steinofen-Sonnenblumenkerne-Brot“ und Kuchen. Im Anschluss holen wir uns noch eine Bratwurst und ein Steak. Die Bratwurst und das Steak schmecken leider überhaupt nicht gut. Das Brot naja, doch der Kuchen – einmal Butter- und einmal Streusel-Kuchen – ist super lecker. Wir haben sogar kurz überlegt, ob wir uns noch ein Stück holen sollen, doch dann war uns die Schlange doch wieder viel zu lang und einmal sündigen reicht ja auch…

Danach geht es weiter auf den Bauernhof, der auch wieder etwas abseits liegt. Wir beschließen daher, dass wir an diesem Tag genug gelaufen sind und lassen den Tag gemütlich ausklingen. Unser Gastgeber schaut noch kurz vorbei, bevor er bis zum übernächsten Tag wegfährt und gibt uns eine kleine Einweisung für Dusche, WC, SB-Laden, etc. Auch bietet er uns an, dass wir gerne noch länger bleiben können und falls wir Wäsche zum Waschen hätten, wäre auch eine Waschmaschine vorhanden. Was für eine coole Socke! So ein Angebot bräuchten wir nächste Woche… *lach* Der Hof ist übrigens für Kinder ideal! Die Kleinen können sich mit den Tieren beschäftigen oder auf die Strohburg klettern und für die Großen steht eine Dirtbikebahn, eine Gokartstrecke und ein Fußballplatz zur Verfügung. Von Juli bis Oktober gibt es dort sogar ein Maislabyrinth. Wir waren allerdings einen Monat zu früh für das Labyrinth. Schade.

Bevor wir allerdings zum gemütlichen Teil des Abends kommen, schauen wir uns natürlich die ganzen Tiere an. Von Wollschweinen über Gänse und Hühner bis hin zu Ziegen – alles ist vorhanden. Mein Lieblingsmensch wird dann auch vom Senior gebeten, ihm zu helfen, den Ziegenbock „Hans“ in den Stall zu bringen, da er alleine nicht mehr die Kraft dazu hat. Na klar, das ist doch kein Problem für ihn. In der Trude haben wir dann noch ein paar Möhrchen entdeckt, die wir dann Hans und seinen beiden Freundinnen gebracht haben. Was haben die sich darüber gefreut! Und streicheln durften wir sie auch.

Im SB-Laden gibt es neben Eis am Stiel und Getränken, unter anderem auch unsere Lieblingsseife „Duschbrocken“ (*unbezahlte Werbung*), die wir auch immer benutzen – allerdings benutzen wir nur „Carlos Cocos“. *zwinker* Was für ein Zufall und mich hat’s gefreut!

Zum Abendessen gibt es heute wieder Würstchen und Steak und dazu ein Kichererbsensalat mit Gurke, Tomate und Nüssen.

Tag 4: Montag, 06.06.2022 – Pfingstmontag

Meinersen – „Mosaik und Weide“ in 19246 Testorf-Zarrentin (MV): 162km

Heute Morgen sind wir schon recht früh los gefahren, so dass wir super pünktlich am Otterzentrum (*unbezahlte Werbung*) in Hankensbüttel angekommen sind und haben dort erst einmal auf dem Parkplatz ausgiebig gefrühstückt, bevor wir uns die Tierchen angeschaut haben. Uns wurde empfohlen an den Schaufütterungen dran teilzunehmen, da es auch viele Nachtaktive Tiere gibt, die sonst vielleicht nicht zu sehen sind, doch wir sind einfach in unserem Tempo und nach Lust und Laune durchgelaufen. Es war ein tolles Erlebnis und für Kinder ist es bestimmt umso schöner. Ich habe Dir mal den Flyer eingescannt. Du findest hier sowohl den Erlebnisrundgang als auch die Preisliste.

Danach sind wir an super lustigen Straßennamen, wie z.B. „Zum Lustigen Strumpf“ oder auch „Kartoffelberg“ weitergefahren bis zu unserem Stellplatz. In Schweimke allerdings hat uns eine Straßensperre aus Pfingstbäumchen im Bollerwagen und einigen Kindern erwartet. Die Kinder haben einen kleinen Text aufgesagt und nach dem wir ihnen eine kleine Spende oder besser gesagt „Wegezoll“ gezahlt haben, wurde der Bollerwagen weggezogen und wir durften weiterfahren. Echt süß, was sich die Kinder in ländlichen Gegenden alles einfallen lassen. Das wäre uns zu Hause nicht passiert… *lach*

Auf unserem Stellplatz selbst haben wir Birgit kennen lernen dürfen. Eine ganz tolle Frau, die dort einen super schönen Selbstversorger-Garten betreibt, neben ihrer Werkstatt für Mosaik und Weide (*unbezahlte Werbung*). Kröten, Hühner mit ihren frisch geschlüpften Küken, sowie eine Katze sind dort auch zu Hause. Und vor allem hat sie tolle Skulpturen überall in ihrem Schaugarten ausgestellt, der jederzeit, gegen einen kleinen Unkostenbeitrag, besucht werden darf. Sie gibt auch Kurse und Workshops und mich hat es natürlich sehr, sehr arg in den Fingern gejuckt.

Es war so schön von meinem Lieblingsmensch – der mich einfach nach über 30 Jahren Beziehung schon in- und auswendig kennt – zu hören: „Na Schatz, möchtest Du es nicht einmal versuchen?“ Klar, möchte ich es versuchen und so bin ich einen großen Teil des Nachmittages in der Werkstatt verschwunden gewesen und hab meine erste Mosaik-Arbeit fertig gestellt. Was es geworden ist, zeige ich Dir in einem anderen Beitrag. Vor Ort habe ich auch eine andere Teilnehmerin und Camperin kennen gelernt, die regelmäßig zu Birgit fährt um Mosaik-Arbeiten fertig zu stellen. Wenn es für mich nur nicht so weit weg wäre… *lach*

Die Weide-Arbeiten fand ich auch so super schön, doch diese Kurse gibt sie nur ganz gezielt und meistens auch nur im Herbst- und Winter, da sie dafür die Weide einweichen muss und das einfach sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Schade. Dafür hätte ich mir auch noch gerne Zeit genommen. Aber wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja wieder.

Mein Lieblingsmensch hat sich in dieser Zeit das Rad geschnappt und ist an den Schaalsee gefahren. Das war theoretisch unser gemeinsames Ziel, wobei er mir dann gestanden hat, dass diese Strecke nichts für mich gewesen wäre. Also praktisch alles richtig gemacht. Perfekt!

Als ich mit meinem Werk fertig war haben wir es uns zusammen noch in dem wundervollen Garten gemütlich gemacht bevor wir dann gemeinsam zu Abend gegessen haben. Es gab „Arroz a la cubana“, das ist Reis mit Tomatensoße und Spiegelei oben drauf. Hört sich zwar vielleicht nicht so lecker an, doch es schmeckt himmlisch – zumindest uns. Und eine schöne Erinnerung an meine verstorbene Patentante ist es auch, denn dort haben wir es zum ersten Mal gegessen. Mit ausgebackenen Kochbananen-Chips wäre es perfekt gewesen, doch die bekommt man leider nicht ganz so oft und in der Trude wollte ich diese auch nicht unbedingt in heißem Fett ausbacken.

Übermorgen geht’s dann weiter mit der Tour!

Alles Liebe, Susana

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