Reisebericht | Rezepte

Mulsum und lukanische Bratwurst

von am 6. Juli 2022

In meinem Reisebericht habe ich Dir schon kurz den Mulsum und die lukanische Bratwurst vorgestellt. Heute möchte ich die Gelegenheit nutzen um Dir mehr darüber zu erzählen, da ich es selbst so interessant finde. Die folgenden kursiv und blau geschriebenen Texte stammen alle aus dem Limeskastell-Pohl (*unbezahlte Werbung*), die ich hier 1:1 wiedergebe.

Mulsum

Ein honiggesüßter gewürzter Wein, der auf der Straße Reisenden gereicht wird. Er galt als appetitanregend, verdauungsfördernd und lebensverlängernd. Oft wurden die Zutaten Wein, Honig, Pfeffer, Zimt, Lorbeer, Koriander, Nelke in unterschiedlichen Kombinationen verwendet.

Laut Plinius antwortete der über hundertjährige Romilius Pollio auf die Frage, wie er sein hohes Alter erreicht habe: „Innen mit Mulsum, außen mit Öl.“

Mulsum wurde meistens vor dem Essen oder zur Vorspeise gereicht. Der Vorspeisengang wurde deshalb auch als „promulsis“ bezeichnet.

Conditum Paradoxem ist ein verfeinerter Mulsum. Das Originalrezept nach Apicius:

„15 Sextarien Honig (8 Liter) werden in ein metallenes Gefäß getan, in welches man zuvor 2 Sextarien (1 Liter) Wein gegossen hat: Bei langsamem Feuer wird die Mischung unter ständigem Rühren mit einem Rutenbesen aufgebockt; sobald es zu Sieden anfängt, wird es mit einem Guss kaltem Wein abgeschreckt, und zum Erkalten vom Feuer genommen, dies wird zwei bis dreimal wiederholt, dann wird es am nächsten Tag zum Feuer gesetzt und abgeschätzt. Als dann werden 4 Unzen (110 Gramm) geriebenen Pfeffer, 3 Skrupulos Mastix (3,5 Gramm Pistazienharz), je eine Drachme (3,4 Gramm) Lavendel und Safran, 5 Drachmen (17 Gramm) geröstete Dattelkerne, deren Früchte man zuvor mit Wein angefeuchtet hat, hinzu gefügt, dazu kommt noch soviel Wein als nötig ist, die Mischung dünn zu machen. Wenn dies alles soweit fertig ist, fügt man 18 Sextarien (10 Liter) leichten Wein hinzu. Nun werden glühende Kohlen zugesetzt, falls es bitter geworden ist.“

Wer es einfacher haben möchte, kann den Mulsum auch fertig im Limeskastell-Pohl (*unbezahlte Werbung*) kaufen. Hergestellt wird er vom Weingut Hamm (*unbezahlte Werbung*) in Ingelheim.

Lukanische Bratwurst

Die Römer hatten den Ruf, wahre Wurst- und Schweinefleischliebhaber zu sein. Sie aßen nicht nur kleine Würste als Vorspeise, sondern auch ganze gebratene Schweine, die mit Würsten gefüllt waren. (Hirnwurst mochten sie besonders gerne. Die Zutaten hierfür: Hirn, Ei, Wolfsmilch und spezielle Gewürze.) Schweine wurden schon damals extra für die Fleischproduktion gezüchtet.

Lukanische Würste sind nach der süditalienischen Region Lukanien (heute Basilicata) benannt. Im Kochbuch von Apicius werden die Lucanicae vorwiegend als Beilage zu Suppen und Eintöpfen erwähnt. Die groben Schweinswürste wurden auch gerne zu „puls“, einem Getreidebrei serviert.

Schon damals schwankte je nach Hersteller die Zusammensetzung. Apicius schreibt: „Man mahlt Pfeffer, Kümmel, Bohnenkraut, Raute, Petersilie, Gewürzkraut, Lorbeeren, Liquamen, und es wird feingeschnittenes Fleisch diazugemischt, so dass es wieder damit zusammen gemahlen und zerrieben wird. Zusammen mit dazugemischten Liquamen, ganzen Pfefferkörnern und reichlich Fett und Pinienkerne fülle es in die Wursthaut, die überaus dünn gezogen sein soll, und so wird es zum Räuchern aufgehängt.“

Diese Würste werden von der Metzgerei Huber (*unbezahlte Werbung*) produziert und werden nur im Limeskastell-Pohl (*unbezahlte Werbung*) und im REWE Nassau (*unbezahlte Werbung*) verkauft.

Und jetzt noch ein kurzer Text zu Apicius selbst.

Apicius

Marcus Gavius Apicius (etwa 25 v. Chr. – 42 n. Chr.) war ein römischer Feinschmecker, der im Bereich des heutigen Köln lebte. Er war einer der Autoren des ältesten erhaltenen Kochbuchs der römischen Antike: „De re coquinaria“ („Über die Kochkunst“).

Plinius der Ältere schreibt über ihn, er sei der größte Prasser und zu aller Art von Luxus geboren. Davon zeugt, dass Apicius Flamingozungen als besondere Delikatesse pries. Von Apicius stammt nach Plinius auch die Idee, Schweine mit Feigen zu mästen, um eine besonders wohlschmeckende Leber zu erhalten. Seneca berichtet, dass Apicius sein Leiben mit Gift beendete, nachdem er bereits 100 Millionen Sentenzen für die Küche verschwendet und ausgerechnet hatte, dass im „nur“ 10 Millionen Sesternezn zum Leben geblieben waren. Der Betrag von 10 Millionen Sesternez entsprach umgerechnet in Silbergeld 2,5 Millionen Denver oder 20 Millionen Euro (Stand 2015). Eine Summe, mit der Kaiser Tiberius den Sold von 12.500 Legionären für ein ganzes Jahr hätte bezahlen können.

Ich hoffe, Dich hat das Thema genau so fasziniert wie mich.

Alles Liebe, Susana

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Privat | Reisebericht

Ostsee-Tour VIII

von am 3. Juli 2022

Tag 15: Freitag, 17.06.2022

Pohl – „Weingut Otto Schäfer“ in Burg Layen / Rümmelsheim (RP): 75km

Heute möchten wir uns gerne Bingen anschauen, bevor wir an unseren Stellplatz, dem „Weingut Otto Schäfer“ (*unbezahlte Werbung*) in Burg Layen / Rümmelsheim, fahren. Wir kommen an Holzhausen a.d. Heide, der Geburtsstadt von Nicolaus August Otto, dem Erfinder der Otto Motoren, und am Taunus-Wunderland (*unbezahlte Werbung*), vorbei. Auch müssen wir Wiesbaden und Mainz passieren um an unser Ziel zu kommen. Es ist ganz schön anstrengend durch diese großen Städte zu fahren – da ist uns das „Land“ doch viel lieber! Vor allem kann man da auch schneller anhalten, wenn ich mal wieder muss, was am Vormittag immer besonders schlimm und oft ist. *lach*

In Bingen selbst finden wir partout keinen Parkplatz für unsere Trude und dabei fahren wir insgesamt drei Mal durch um etwas zu finden. Schade, denn wir hätten gerne den Binger Mäuseturm und die Innenstadt gesehen. Nachdem wir ziemlich frustriert über die fehlende Wohnmobile-Parkplätze sind, halten wir am Straßenrand und gehen zumindest noch schnell einkaufen. Selbst für diese halbe Stunde müssen wir ein kostenpflichtiges Parkticket ziehen! Oh man! Danach geht’s nach Kempten zum frühstücken, dem einzigen Platz weit und breit an dem WoMo’s erlaubt sind. Von hier aus ist es mir allerdings irgendwie zu weit um bis nach Bingen rein zu laufen.

Kurzfristig entscheiden wir uns, mit der Fähre den Rhein zu überqueren und dort ein wenig am Rhein entlang zu fahren und die Landschaft zu genießen. Doch das geht gehörig schief, wie Du gleich lesen wirst.

Wir stehen also auf der Fähre, haben alles bezahlt und bekommen jetzt erst Bescheid gesagt, dass man auf der anderen Seite nur nach links abbiegen kann, da Rüdesheim – auf der rechten Seite – durch das Harley-Treffen gesperrt ist. Okay, kein Problem. Fahren wir eben nach links. Nichtsahnend, dass hier ab der nächsten Ortschaft aus den gleichen Gründen auch gesperrt ist. So müssen wir also der Umleitung folgen und kommen an unzähligen Serpentinen bergauf und bergab vorbei, an denen uns auch noch ganz viele Oldtimer entgegen kommen – denn Oldtimer-Treffen ist auch noch!! Was für ein Tag!

Endlich kommen wir wieder an den Rhein und entscheiden uns, die nächste Fähre wieder zurück auf die andere Seite des Rheins zu nehmen. Wir stellen uns hin, warten, warten und warten, bis dann mein Lieblingsmensch – Gott sei Dank – zufällig liest, dass wir HIER nicht rüber fahren können, denn auf der anderen Straße gibt es eine Bahnunterführung, die nur 2,70m beträgt und wir brauchen mind. 2,90m. Oh nein… Uns bleibt nur noch den Rückwärtsgang einzulegen und weiterzufahren, und sind echt froh, dass hinter uns noch keine weiteren Autos stehen.

Gesagt, getan, weiter geht’s. An der nächsten Fähre, in Kaub, klappt es dann endlich. Doch vorher fliegt meinem Lieblingsmensch während der Fahrt eine dicke Hummel an die Backe, die vorher einen regelrechten „Sturzflug“ hinter sich hat und ist im Anschluss nicht mehr zu finden. Als es dann jedoch auch noch bei ihm am Bein „krabbelt“, finden wir die halbbenebelte Hummel auf seiner Hose liegen und schenken ihr bei nächster Gelegenheit die Freiheit. Zum Glück kann sie noch fliegen. Mein Lieblingsmensch beschwert sich darüber, dass ich mich mehr um die Hummel sorge als um ihn. Armes Tierchen aber auch! *lach*

Nun gut, wir sind also auf der anderen Seite des Rheins und ohne weitere Zwischenfälle angekommen und haben nur noch unseren Stellplatz im Visier. Los geht’s! Gleich haben wir es geschafft! Und nach nur einmal Verfahren, finden wir es auch.

Am Weingut selbst dürfen wir heute mit der Frau Mutter unseres Gastgebers vorlieb nehmen, denn er selbst ist mit seiner Familie mit einem Stand auf einem Weinfest. Kein Problem für uns! Wir kommen mit fast alles Menschen gut zurecht. Unser Gastgeber informierte uns am Telefon, dass sie ein wenig länger bräuchte um den Wein zu holen, doch wir haben ja Zeit! Wir haben uns schon für 14.00Uhr angemeldet und der Abend ist lang. *lach*

Heute ist unser letzter Tag und wir lassen ihn also bei Weinschorle, guten Gesprächen, Kniffel und Triomino spielen, sowie einem leckeren Abendessen ausklingen. Ja, okay, eine Siesta gibt’s auch. *lach*

Auf dem Weingut selbst lernen wir Ingo und Horst kennen, zwei Ponys, und ihre Geschichte zur Namensgebung, denn Frau Mutter ist sehr gesellig und hat Rede-Bedürfnis . *lach* Das kenne ich ja schon von meiner Mama… Sie kommt immer mal wieder vorbei und verwickelt uns in das eine oder andere Gespräch und schwärmt von ihrem Sohn, der das Weingut übernommen hat. Siena, die Hündin vom Weingut, dürfen wir auch kennen lernen und sie ist sehr, sehr anhänglich und wird ja so gar nicht gestreichelt – niemals nicht – von niemanden – das könnte man zumindest meinen. Doch wir wissen ja wie Hunde sind. *lach* Am Liebsten wäre sie zu uns in die Trude gestiegen. So ein süßes, altes Mädchen! Die Hündin natürlich!!

Der Wein schmeckt vorzüglich. Ich entscheide mich für den Winzerschoppen und mein Lieblingsmensch für den Rivaner feinherb, aus dem wir uns beide Weinschorlen zaubern. Zum Abendessen gibt’s dann Steaks, Erbsen-Paprika-Mais-Salat und „verbranntes“ Käse-Laugenbrezel. Ist nämlich gar nicht so einfach den Käse auf einem Brezel schmelzen zu lassen, ohne dass es von unten verbrennt. Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal besser. *lach*

Und wie das so ist, wenn man ein bisschen was trinkt, kommen einem die verrücktesten Ideen… Mein Lieblingsmensch hat die Idee, dass wir ja zusammen ein Bobby-Car-Rennen veranstalten können. Genügende Bobby-Cars gibt es nämlich hier auf dem Weingut. Für sowas bin ich allerdings nicht zu haben und sage nur zu ihm, er könne es ja unserer Jüngsten vorschlagen. Das macht er auch. Sie wiederum denkt, dass wir schon zu Hause sind und Zuhause ein Bobby-Car-Rennen veranstalten wollen und trommelt den Rest der Familie zusammen. Das Ende vom Lied ist, dass unsere Kinder jetzt bei uns zu Hause vor verschlossener Tür stehen und wir noch auf dem Weingut sitzen… *lach*

Der letzte Abend unterwegs endet also leicht feucht-fröhlich und wir gehen zu Bett, nachdem wir noch ein bisschen Wein für zu Hause eingekauft und verstaut haben.

Tag 16: Samstag, 18.06.2022

Burg Layen / Rümmelsheim – „zu Hause“ in 64625 Bensheim-Schönberg (HE): 96km

Heute Morgen führen wir noch ein nettes Gespräch mit einem Bruder-Schwester-Wohnwagen-Gespann, das gestern noch angekommen ist und haben uns von Frau Mutter verabschiedet.

Wir unterschiedlich wir doch alle sind und wie viele Gemeinsamkeiten wir doch finden können. So schön! Die Zeit vergeht wie im Fluge und wir müssen uns ein wenig beeilen, denn das letzte Stückchen Fahrt steht an und wir sind verabredet.

Bevor wir nach Hause fahren, möchten wir bei unseren Freunden Steffi und Richi in Guntersblum vorbei schauen und ihnen unser verspätetes Hochzeitsgeschenk, dass ich Dir hier schon mal gezeigt habe, vorbei bringen. Leider konnten wir ja letztes Wochenende nicht dran teilnehmen, weil wir im Urlaub sind.

Ich hatte uns gestern nur zu einem Kaffee angekündigt, doch mein Lieblingsmensch hat mit Richi ausgemacht, dass wir zum Frühstück kommen. Die liebe Steffi wusste allerdings nichts von ihrem Glück und so war es Richi’s Aufgabe uns zu verköstigen. Das hat er auch hervorragend gemeistert. Er hat uns Crêpes zum Frühstück gemacht. Wie lecker!! Und ich habe zum ersten Mal eine richtig gute Zitronen-Marmelade bzw. Limon Curd probiert. Mensch, ist das köstlich!!

Steffi musste dann leider irgendwann gehen, denn sie hat mit Milo, ihrem Hund, einen Termin zur Physio-Therapie. Sie haben ihn vor einiger Zeit in dem Verein „Streunerhilfe-Bulgarien“ (*unbezahlte Werbung*) gefunden und er lebt jetzt schon seit einiger Zeit bei Ihnen. Demnächst wird dann auch noch Snoopy vom gleichen Verein bei ihnen einziehen. Bin schon sehr gespannt. Mal schauen, vielleicht finden wir ja auch noch unseren Wauzi…

***Liebe Steffi, lieber Richi, es war wie immer wunderschön bei Euch! Herzlichen Dank für die leckeren Crêpes! Freuen uns schon auf das nächste Mal!***

Gegen Mittag verabschieden wir uns also und treten – mit einem lachenden und einem weinenden Auge – die Fahrt nach Hause an. Nur heute erwartet uns kein Empfangskomitee… *lach* Dafür sind wir Morgen alle zusammen zum Paella-Essen verabredet, nachdem die Kids hoffentlich alle fehlenden Zutaten eingekauft haben, und freuen uns schon sehr darauf uns alle wieder zu sehen.

Fazit:

Es sind unglaubliche 16 Tage gewesen, die wir mit unserer Trude unterwegs sein durften und wir hatten eine schöne und sehr abwechslungsreiche Zeit mit erstaunlich vielen Hoch und Tiefs und tollen Begegnungen mit Mensch, Tier und Natur, bei der wir die 244.444km an der Trude geknackt haben!

Zusammenfassung insgesamt:

  • 1900km mit der Trude gefahren, ohne die vielen, vielen Umwege, Kurztrips, etc. dazu zu rechnen
  • 135.000Schritte bzw. 90km gelaufen
  • 5 Tankstopps eingelegt
  • 1 Gasflasche getauscht

Ab Morgen kann ich dann also anfangen, unsere nächste Tour zu planen. Denn nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub und ich freu mich schon riesig drauf. Ich hoffe, Du hattest genau so viel Spaß beim Lesen wie ich beim Schreiben. Lass mir gerne ein Kommentar da. Ich freu mich sehr darüber.

Alles Liebe, Susana

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Privat | Reisebericht

Ostsee-Tour VII

von am 2. Juli 2022

Tag 13: Mittwoch, 15.06.2022

Oelde-Sünnighausen – „Angus Hof Sohlbach“ in 57250 Netphen-Sohlbach (NW): 137km

Heute sind wir auf dem Weg zum „Angus Hof Sohlbach“ (*unbezahlte Werbung*) in Netphen-Sohlbach. Allerdings machen wir vorher noch einen Stopp am Wildgehege am Forsthaus in Hohenroth (*unbezahlte Werbung*). Dass die Gaststätte vor Ort heute geschlossen hat, macht uns nichts aus, da wir ja nur eine „kleine“ Wanderung unternehmen und dort nicht einkehren möchten. Diese „kleine“ Wanderung entpuppt sich als 6,5km lange Strecke, die ständig bergab und bergauf verläuft, und das Wild hören wir mehr, als das wir es sehen. Der „Spaziergang“ ist sehr, sehr anstrengend, es ist super heiß, mein Wasser ist wieder viel zu knapp kalkuliert und doch ist es auch schön – vor allem so still, bis auf die Geräusche der Natur. Kaum eine Menschenseele ist hier unterwegs – bis auf einen Radfahrer kommt uns niemand entgegen.

Danach kommen wir ziemlich fix und fertig an der Trude an und sind schon ganz aufgeregt, als wir an eine Talsperre, um genau zu sein an die Obernautalsperre fahren. Doch leider ist es gar nicht so wie wir es uns vorstellen, vor allem, sehen wir von unserem Aussichtspunkt gar nicht sooo viel. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn wir den 10km langen Rundweg gelaufen oder mit dem Rad gefahren wären, doch darauf haben wir irgendwie beide gar keine Lust nachdem wir heute Morgen schon die „kleine“ Runde am Wildgehege hatten. Vielleicht sind wir auch nur zu verwöhnt von unserem Besuch an der Edertalsperre vor einigen Jahren. Wer weiß…

Wir entscheiden uns noch tanken und einkaufen zu gehen und fahren an unseren Stellplatz. An dem Stück Zitronenrolle kann ich einfach nicht vorbei laufen und mein Lieblingsmensch nimmt sich zwei Nuss-Striezel mit, da wir – mal wieder – auf das Angebot „Nimm zwei für etwas weniger Geld“ reinfallen. Blöde Verkaufstaktik!!

Der Stellplatz selbst ist direkt neben dem Kuhstall und Du kannst Dir vorstellen, wie nett es hier riecht und wie viele Fliegen herum schwirren. Wir entscheiden uns für das entfernteste Eckchen was irgendwie möglich ist und müssen so einiges mit Keilen richten bis wir endlich einigermaßen gerade stehen.

Im Anschluss machen wir uns auf dem Weg zum Hofladen, der nicht vor Ort ist. Wir decken uns mit Bratwürsten vom Angus-Rind, Wurstsalat, Apfel-Heidelbeer-Marmelade, Barbecue-Sauce und einer Apfelsaftschorle für den Rückweg, ein.

Auf dem Rückweg kommen wir an einem Kneipp-Becken vorbei, welches allerdings von Kindern als kleines Mini-Planschbecken verwendet wird und haben daher keine Chance es auch mal zu nutzen und uns etwas abzukühlen. *lach*

Wir machen es uns also an der Trude bequem, leihen die neue Markise herunter und genießen den Kuchen und den Kaffee. Doch, wie das meistens so ist, bekommt uns auch heute der Kuchen nicht und ich sitze wieder mal öfters auf dem Klo als mir lieb ist.

Den Nachmittag und Abend verbringen wir mit Lesen, Kniffel und Triomino spielen und dem Zubereiten des Essens. Heute gibt es Puten-Medaillons, Bohnensalat und Kohlrabi-Stäbchen zum Knabbern.

Ich muss gestehen, der heutige Stellplatz wird wohl eher nicht mein Favorit, vor allem kamen die Gastgeber noch nicht einmal persönlich vorbei und am Hofladen waren sie auch nicht. Es lief alles nur über „WhatsApp“ ab, was wir dann doch sehr unpersönlich und nicht wirklich schön finden. Durch das viele Heu, dass gerade heute gemacht wird, tun mir auch die Augen sehr weh und es juckt mich überall. Der einzige Vorteil ist, dass es sehr, sehr ruhig ist. Doch, nein, definitiv nicht mein Lieblingsplatz. Schade!

Tag 14: Donnerstag, 16.06.2022 – Fronleichnam

Netphen-Sohlbach – „Limeskastell Pohl“ in 56357 Pohl (RP): 111km

Recht früh, und mit ziemlich geschwollenen Augen durch das viele Heu, fahren wir los. Meine erste Aktion während der Fahrt ist mal wieder eine „Allergie-Pille“ zu schlucken, sonst wird das mit meinen Augen heute überhaupt nicht besser. Gott sei Dank, hilft das dann doch ganz schnell.

Wir fahren ohne große Umwege zum Historischen Museum Limeskastell-Pohl (*unbezahlte Werbung*), was auch gleichzeitig unser Stellplatz ist. Nur ein kurzer spontaner Zwischenstopp um uns mit Kirschen, Erdbeeren und grünem Spargel einzudecken, wird eingelegt. Vor Ort wissen wir erst gar nicht, wo wir uns genau hinstellen sollen, da es zum einen keine großen Schilder gibt, die etwas dazu anzeigen würden und zum anderen, dürfen wir hier ohne Anmeldung herfahren und haben somit auch keinen direkten Ansprechpartner vor Ort.

Wir suchen uns eine mehr oder weniger geeignet Fläche auf einer großen Wiese aus und müssen – mal wieder – mit Keilen rangieren. Kaum stehen wir, kommt auch schon das nächste WoMo an. Nach einem kurzen „Hallo“ geht jeder seiner Wege.

Wir, auf direktem Wege ins Museum. Es ist sehr interessant und obwohl uns eine Führung angeboten wird, erkundigen wir es lieber auf eigene Faust. Bei dem netten Herren stehen einfach schon zu viele Leute herum und das ist nichts für uns.

Beim „Gaggeln“, wie man bei uns an der Bergstraße sagt, gewinne ich!! *lach*

Im Anschluss trinken wir noch eine Kleinigkeit in der „Taverne“ und dürfen sowohl den Kräuterlikör „Limes-Kräuter“, als auch den „Mulsum“, einen hellen römischen Gewürzwein, umsonst probieren. Uhh!! Beides finde ich nicht wirklich lecker, obwohl der Wein sehr gut riecht. Bevor wir wieder zu unserer Trude laufen, kaufen wir uns noch zwei „Lukaner Bratwürste“ um sie dann selbst zu grillen. Das Rezept wurde von den Römern überliefert und die Bratwürste werden mit Pistazien und Sardellen zubereitet. Ich muss sagen, sie schmecken sehr, sehr gut und das, obwohl ich Bratwürste ja nicht sooo gerne esse. Doch diese hier sind schon etwas besonderes!

An der Trude selbst machen wir es uns bequem und kurze Zeit später sehe ich schon, wie mein Lieblingsmensch, mit dem zweijährigen Lasse von neben an, am „Fußballspielen“ ist. Schnell kommen wir uns alle näher und wir verbringen einen sehr lustigen Nachmittag mit Lasse, seinen Eltern, Marie und Mark, und Maro – einem „Old-Englisch-Bulldog“, wie unser Buddy auch und doch ganz anders -, die aus Kusel kommen und erst seit eineinhalb Jahren einen Alkoven, das Büsschen, fahren, das fast genau so alt ist, wie unsere Trude.

Lasse ist echt klasse! Er probiert heute zum ersten Mal Kirschen und findet sie ganz lecker. Auch Erdbeeren und salzige Chips schmecken ihm gut. Mein Lieblingsmensch versorgt ihn, nach Absprache mit den Eltern, mit allerlei Leckereien aus der Trude, wie Du siehst. Gegen Abend wird gegrillt und Lasse lässt uns wissen, dass der Grill echt heiß ist und wir weg bleiben sollen. Er selbst findet es natürlich faszinierend und kann gar nicht nah genug dabei sein, was Mama und Papa gar nicht so gefällt.

Das Highlight ist allerdings, als Papa den Sohnemann auffordert, bei der Mama bitte Alufolie zu holen und er schnurstracks zu meinem Lieblingsmensch läuft und ihn auffordert: „Gib mir mal den Akku-Schrauber!“ Was haben wir gelacht! Du musst wissen, der kleine Mann steht auf Werkzeuge und Baumaschinen und hat allerlei dabei, nur eben keinen Akku-Schrauber. *lach*

Nachdem Lasse dann im Bett liegt, quatschen wir noch eine Weile unter freiem Himmel bei Lambrusco und Bierchen. Ein schöner Tag, an dem wir ganz schön lauffaul gewesen sind, geht so langsam zu Ende. Und ja, mein Lielbingsmensch hat es heute endlich geschafft, dass ich ihm einen Nudelsalat zum Abendessen zaubere. Ich kann es ihm ja nicht immer verwehren. *lach* Ich muss dazu sagen, ich esse nicht so gerne Nudeln und daher koche ich auch selten etwas mit Nudeln. Doch jetzt ist auch er überglücklich. *freu*

Und obwohl wir erst kurz überlegt haben, nach unserem Museumsbesuch weiter zu fahren, sind wir froh, uns doch zum Bleiben entschieden zu haben. Ja, die Straße hört man ein wenig, doch der Nachmittag/Abend macht es einfach wieder wett. Es war richtig schön so eine nette Familie kennen lernen zu dürfen!

@Marie, Mark, Lasse und Maro@

***Ihr Lieben, wir freuen uns Euch demnächst vielleicht mal wieder zu treffen! Meldet Euch, wenn Ihr Lust dazu habt! Alles Liebe für Euch!***

Morgen bekommst Du nun meinen letzten Bericht zu unserer Ostsee-Tour…

Alles Liebe, Susana

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Privat | Reisebericht

Ostsee-Tour VI

von am 29. Juni 2022

Tag 11: Montag, 13.06.2022

Bötersen – „Hof Kracht“ in 32339 Espelkamp (NW): 122km

Heute Morgen machen wir uns als allererstes auf die Suche nach den Alpakas, denn laut dem Hof-Herren, verweilen sie nicht weit weg von hier. Er hat uns gefragt, ob wir einen Hund dabei haben, denn wenn ja, ist uns der Besuch der Alpakas garantiert. Sie beschützen ihre Herde und stellen sich demonstrativ an den Zaun, sobald ein Vierbeiner vorbei kommt. Wir haben zwar keinen Hund dabei, doch die Alpakas zeigen sich uns trotzdem. Wie schön!

Auf dem Weg dorthin wird mein Lieblingsmensch zum Vogelretter, denn ein Vögelchen hat sich in ein Bushaltestellen-Häuschen verirrt und fliegt ständig gegen die Scheibe, weil es den Ausgang nicht mehr findet. Mein Lieblingsmensch bemerkt es und hat ihm den Weg nach draußen gezeigt. Ist das nicht toll!? Mein Retter!!

Kurz vor der Abfahrt haben wir noch unseren Wassertank gefüllt und sind los gefahren. Unser heutiges Ziel ist der „Hof Kracht“ in Espelkamp – leider ohne Internetpräsenz. Auf dem Weg dorthin lesen wir auf Plakaten, dass es irgendwo ein Wolfcenter (*unbezahlte Werbung*) geben soll. Wir sind zwar schon bei Sulingen und nur noch 42km vom Ziel entfernt, doch was soll’s, wir drehen um und fahren weitere 42km in die entgegengesetzte Richtung. Für Wölfe tun wir doch fast alles, denn sie sind eins meiner Krafttiere. Im Internet können wir zu diesem Zeitpunkt leider nichts in Erfahrung bringen, da irgendwie auf der ganzen Strecke kein Empfang ist. Endlich angekommen müssen wir leider fest stellen, dass heute und Morgen geschlossen ist. Oh man, was für ein Pech! Also doch wieder umdrehen und die paar und 80km zurück fahren. Schade!

In Warpe hat mein Lieblingsmensch schon auf dem Hinweg eine Käserei ausfindig gemacht, in der er auf dem Rückweg gerne einkaufen möchte. 15 Min. vor der Mittagspause kommen wir an der Bunkemühler Hofkäserei (*unbezahlte Werbung*) an und mein Lieblingsmensch bekommt seinen Käse – Schnittkäse jung & mittelalt und Camembert – und ich einen Blaubeeren-Wein, den ich leider absolut nicht empfehlen kann. Er schmeckt ein bisschen nach Glühwein und ist so gar nicht unser Ding.

Danach fahren wir bis zu unserem Stellplatz, ständig auf der Suche nach einer Bäckerei, denn mein Lieblingsmensch hat Lust auf ein Stück Kuchen. Eine Bäckerei finden wir letztendlich dann leider nicht, dafür die Ruine Ellerburg, die wir uns allerdings nur beim Vorbeifahren anschauen, denn es sind tatsächlich nur noch ein paar große Steine und wir finden keinen Parkplatz vor Ort. Auch in Espelkamp selbst können wir keinen geeigneten Parkplatz finden um uns mal die Stadt anzuschauen und noch dazu tröpfelt es schon den ganzen Tag von oben. Was soll’s fahren wir zum Stellplatz und verbringen dort ein paar schöne Stunden.

Kaum angekommen, werden wir auch schon von Kimba begrüßt. Kimba ist sehr neugierig und macht vor Streicheleinheiten keinen Halt – im Gegenteil – sie will sogar zu uns in die Trude…

Kimba

Etwas später lernen wir dann die Senior-Chefin kennen, die uns herzlich begrüßt, da der Rest der Familie noch „ausgeflogen“ ist. Mitten in unserer Unterhaltung hören wir ein „Kikeriki“ und können unseren Augen kaum trauen, als ein „Tante-Emma-Wagenladen“ genau vor uns auf dem Hof hält. Die Damen erklären uns, dass das bei ihnen ganz normal sei, denn die Leute auf dem Land kämen aus den verschiedensten Gründen nicht mehr dazu in die Stadt zu fahren zum einkaufen und so wäre es doch viel einfacher. Die Dame in dem Wagenladen hat alles dabei was das Herz begehrt von A wie Apfel bis Z wie Zimtstangen. Und vor allem KUCHEN für meinen Lieblingsmensch!! *lach* Was für eine Freude! Und als wir vom „Kuchenproblem“ vor Ort erzählen, lacht die Verkäuferin und sagt nur: „Ohne Brot und ohne Gebäck, hat das Leben keinen Zweck!“

Nachdem wir uns also mit Kuchen, Brot, Würstchen und eingelegter Rote-Bete eindecken und unser Glück kaum fassen können, gibt’s erst einmal eine Kaffeepause in der wir beobachten, wie Kimba und ihr Freund Felix jeweils ein halbes Brötchen und eine halbe Wurst bekommen. Das ist wohl schon immer so und die Hunde wissen das auch. Kimba hat gleich kleine Kunststücke vorgeführt, doch sie muss trotzdem warten bis sie an der Reihe ist. Wir machen es und jetzt in der Trude gemütlich, Essen unser Mohn- und Apfel-Streuselkuchen, sowie die süßen Blätterteigstangen, deren Namen ich vergessen habe, und zünden zum ersten Mal unseren Teelichtofen an, denn heute ist es etwas frisch in der Trude. Es dauert ein wenig, bis die Tontöpfe die Wärme annehmen, doch allmählich wird es mollig war.

Später am Nachmittag kommt Carsten, der Chef, und zeigt uns nicht nur seinen Hof, sondern wir dürfen ihn auch ins Wildgehege begleiten und die Tiere mit ihm Füttern. Was für ein tolles Erlebnis. Die Mufflons und die Hühner haben wir schon vorher entdeckt, doch das Wildgehege hätten wir nie und nimmer alleine gefunden. Auf dem Weg dorthin sehen wir am Bach Wasserhasen, die mittlerweile schon eine richtige Plage sind. Man kann sie wohl auch Essen, doch ich glaube wir verzichten darauf. *lach*

Am Gehege angekommen erwarten uns schon Mufflons, Damm- und Rotwild. Sie kommen gleich auf uns zugeraunt, denn sie wissen ja, dass es jetzt was Leckeres gibt. Hirsch „Erich“ ist da ein ganz schlauer, er stößt mich regelrecht um, um klar zu stellen, dass ER jetzt an der Reihe ist und etwas haben möchte. Ich füttere ihn gleich und darf ihn dann sogar streicheln. Wusstest Du, dass sich das Geweih ganz weich anfühlt? Und dass wenn sich Hirsche am Geweih schwer verletzen sogar daran sterben können, weil das Geweih komplett durchblutet wird? Oder auch, dass eine Eiche jeden Tag 600 Liter Wasser benötigt? Das und vieles mehr dürfen wir von Carsten lernen, der ein tolles Wissen über die Flora und Fauna hat.

Im großen Gehege begeben wir uns gemeinsam auf die Suche nach Rehkitzen und finden sogar wirklich welche, die ganz versteckt und still im hohen Gras liegen. Sie sind zum Teil nicht größer als eine Katze. Wahnsinn! Was für ein tolles Erlebnis! Auf dem Rückweg erzählt uns Carsten noch von seinen Kühen und zeigt und erklärt uns, wie Raps gewonnen wird. Super interessant und obwohl er noch so viel auf dem Hof zu tun hat, nimmt er sich über zwei Stunden Zeit für uns. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön dafür.

Wusstest Du, dass ein Traktor mal locker 200.000,00€ kosten kann? Ich war von den ganzen Infos ganz schön geflasht und habe vieles dazu gelernt. Zum Abschluss kaufen wir bei ihm noch Wildbratwürste und Eier ein und bekommen eine Packung Wild-Pfefferbeißer geschenkt. Was für tolle Menschen! Wenn Du mal die Gelegenheit hast, besuche unbedingt mal diesen Hof.

Kurz vor „Feierabend“ darf Felix – der Hof-Jagdhund – sich noch ein wenig austoben, doch leider nur drei Minuten lang, denn er folgt gleich seinem Instinkt und reißt ein Huhn, dass sich in den Blumen versteckt hat. Kimba macht natürlich auch gleich mit und somit werden sie beide wieder eingesperrt.

Eva, seine Frau, ist leider bis abends auf Fortbildung, sonst hätten wir vielleicht sogar eine Outdoor-Massage genießen können, denn das wird am Hof auch angeboten. Wer weiß, vielleicht beim nächsten Mal. Wir sind nämlich herzlich eingeladen, jeder Zeit wieder zu kommen und auch gerne für länger als nur eine Übernachtung. Doch jetzt genießen wir erst einmal unser Abendessen, es gibt Steaks, Edamame-Bohnen und Salat, und die Ruhe und sagen…

Gute Nacht!

Tag 12: Dienstag, 14.06.2022

Espelkamp – „Pott’s Naturparkbrauerei“ in 59302 Oelde (NW): 85km

Unsere Tour führt uns heute auf direktem Wege an die „Pott’s Naturparkbrauerei“ (*unbezahlte Werbung*) in Oelde. Wir stehen heute das erste Mal außerhalb vom Landvergnügen (*unbezahlte Werbung*) und haben diesen Platz über Park4Night (*unbezahlte Werbung*) gefunden. Wir zahlen für die Übernachtung inkl. Strom 8,00€. 20,00€ dürfen wir als Pfand für den Stromschlüssel da lassen – bekommen wir ja aber wieder, also alles gut.

Auf dem Weg hierher sehen wir einen „fliegenden Renn-Fasan“… Wir haben ihn so getauft, denn er ist gleichzeitig geflogen und gerannt. Es sieht zu ulkig aus und wir müssen ganz schön lachen. Zum Fotografieren reicht’s leider nicht mehr.

Wir kommen vorbei an verschiedenen Bäcker-Drive-Ins, wo Du vom Auto aus Deine Brötchen oder was auch immer kaufen kannst – so, wie beim goldenen M… Ist hier wohl „in“, denn es gibt mehrere davon. Auch sieht man Seerosen an jedem Bachlauf oder See, dich ich liebe! Und am Gerry Weber Outlet in der Nähe von Halle kommen wir auch vorbei – für uns allerdings nicht interessant.

Beim dritten Versuch entdecken wir vor Ort endlich die Auffahrt zum WoMo-Stellplatz der Brauerei und richten uns ein. Neben uns parkt ein weiteres Auto und mein Lieblingsmensch ruft mir zu: „Engel, schau mal, da kommt Fräulein Knüppelkuh!“ Erst kann ich damit nichts anfangen, doch er erklärt mir, dass das die strenge und böse Lehrerin aus dem Film Matilda ist… Da muss ich dann doch auch lachen. Sie kommt mit fünf Hundelins aus ihrem WoMo. Nicht schlecht!

Wir gehen erst einmal in den Vier-Jahreszeiten-Park. Ich muss gestehen, für Kinder wunderschön, für uns jetzt nicht ganz so interessant. Es gibt hier viele, viele Spielplätze für große und kleine Kinder und die Erlebnisfarm ist wunderschön. Doch leider lassen sich die Tiere nicht streicheln. Es ist arg warm und wir sind ganz schön verschwitzt, daher beschließen wir, doch wieder an die Trude zu gehen und uns mal die Brauerei näher anzuschauen.

Unser erster Stopp an der Brauerei ist der tolle Biergarten, man muss ja mal probieren und schauen, um was es sich hier überhaupt handelt. Ich halte mich an mein Wässerchen, doch mein Lieblingsmensch probiert sich natürlich durch… Sei ihm gegönnt. Würde ich auch so machen, wenn es mir schmecken würde.

Danach schauen wir uns die Brauerei von Innen an…

…und bestaunen die Gläserne Produktion (*unbezahlte Werbung*).

Als nächstes steht das interne „Brunnenkino“ (*unbezahlte Werbung*) und das Georg-Lechner-Biermuseum (*unbezahlte Werbung*) an und wir sind dabei die einzigen Gäste. Wir sind in der Tat begeistert und obwohl ich so gut wie kein Bier trinke, finde ich es trotzdem sehr, sehr interessant.

Gegen Abend lassen wir es uns nochmal richtig gut gehen und Essen vor Ort, im Pott’s Brau & Backhaus (*unbezahlte Werbung*), zu Abend. Heute kann man auch, wie jeden Dienstag hier, das Münsterlandbuffet bestellen, doch wir entscheiden uns für etwas aus der Karte. Wären wie donnerstags hier gewesen, hätte ich wohl das Spanferkelbuffet mitgenommen…

Mein Lieblingsmensch bestellt sich als Vorspeise Omas Reibeplätzchen (fünf frisch gebackene Reibeplätzchen mit hausgemachtem Apfelkompott) und als Hauptspeise „Schnitzel Wiener Art“ (Schweineschnitzel paniert und knusprig gebraten, mit Brauhaus-Pommes und Landbiersauce in einer Mini-Terrine serviert, dazu noch einen Beilagensalat mit Vinaigrette). Ich bestelle mir eine „Deftige Gulaschsuppe“ (mit viel Fleisch, geschnittenen Champignons, geschmorten Zwiebeln und Paprika mit selbst gebackenem Landbierbrot) und einem Beilagensalat mit Vinaigrette. Es ist alles köstlich!

Als Nachtisch gibt’s einen „Gruß aus der Küche“, bestehend aus einer weißen und einer dunklen Mousse und wir bestellen uns jeweils einen „Roten Willi“, der gar nicht rot ist, dafür aber sehr lecker ist. *lach* Leider habe ich vergessen von beidem ein Foto zu machen…

Und ich gestehe, obwohl es nicht der ideale Stellplatz ist, da es zum einen sehr voll ist und zum anderen die Straße ziemlich gut zu hören ist, schlafen wir wie Babys… An was das nur liegt?! *lach*

Alles Liebe, Susana

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Privat | Reisebericht

Ostsee-Tour V

von am 28. Juni 2022

Tag 9: Samstag, 11.06.2022

Alt-Schwerin – „Vielanker Brauhaus“ in 19303 Vielank (MV): 103km

Ach herrje, die erste Woche Urlaub ist schon vorbei. Wie schön, dass wir noch eine zweit anhängen können… *lach* Es geht also weiter…

Theoretisch wollen wir heute in Langendorf bei „Kamele im Wendland“ (*unbezahlte Werbung*) übernachten, doch leider ist schon alles belegt und wir müssen umdisponieren. Für uns aber überhaupt kein Problem – wir sind ja flexibel – vor allem im Urlaub. Gelandet sind wir im „Vielanker Brauhaus“ (*unbezahlte Werbung*) in Vielank (wie der Namen der Brauerei schon sagt). Wir dürfen hier einfach anreisen, ohne uns vorher anmelden zu müssen. Auch nicht schlecht…

So ist es übrigens, wenn Du in Frankreich mit „France Passion“ (*unbezahlte Werbung*) unterwegs bist, dem Äquivalent zum deutschen Landvergnügen (*unbezahlte Werbung*). Du fährst einfach hin, ohne vorher anzurufen und sollte es doch mal voll sein, dann fährst Du einfach ein paar Kilometer weiter zum nächsten Stellplatz. Allerdings gibt es dort auch viel, viel mehr Stellplätze als hier. Das muss man natürlich auch dazu sagen. Ich kann es nur wärmstens empfehlen. Es ist toll!

Zurück zu unserer Tour. Wir sind also in Alt-Schwerin aufgebrochen in Richtung Vielank und haben in Parchim einen Zwischenstopp eingelegt. Wir dachten wir können hier mit der Besichtigung der Altstadt, etc. ein paar Stunden verbringen. Doch wir sind in kürzester Zeit wieder an der Trude, da es irgendwie gar nicht so viel zu sehen gibt. Nach einem Frühstück in der Trude fahren wir weiter.

Auf dem Weg zur Brauerei können wir nach langem Suchen auch endlich unsere Gasflasche wechseln. Wir haben 11kg Alu-Gasflaschen dabei und die gibt es weit und breit in keinem Baumarkt zu tauschen. Letztendlich finden wir in Neustadt-Glewe eine Tankstelle, die solche Gasflachen führt, tanken dort direkt und ergattern die letzte Flasche. Uff, was für ein Glück.

Ach ja, so nebenbei… Bist Du vielleicht auch Camper und kannst mir einen Trick verraten, wie ich am besten heraus bekomme, wie viel Gas noch in meiner Gasflasche ist? Wir haben so einen komischen Stift/Stick dafür, doch der ist absolut nicht zuverlässig. Der blinkt grün oder rot, wann er will. Wir haben schon überlegt, ob wir uns eine Kofferwaage dafür holen und immer wiegen sollen, wie voll die Flasche noch ist. Doch dafür müsste man die Flasche jedes Mal raus holen… Wie machst Du das? Hast Du die optimale Lösung? Bin für jeden Tipp dankbar!

In Vielank angekommen, wollen wir die Gegend erkunden und die Auerochsen finden, bis wir feststellen, dass Vielank nur aus ein paar Häusern besteht und davon wohl der größte Teil als Ferienwohnungen zur Brauerei gehört. Auf der Website entdecken wir dann auch, dass die Auerochsen gar nicht vor Ort sind, sondern wir eine Auerochsen-Safari hätten vorher buchen müssen. Also ist auch hier heute nicht viel zu unternehmen. Auf Fahrradfahren haben wir auch beide keine Lust und so machen wir es uns vor der Trude in unseren Stühlen bequem. Ein bisschen Entspannung tut ja auch ganz gut, oder? Naja, unsere Laune wird davon ehrlich gesagt, nicht besser…

Abends möchten wir gerne noch auf der Terrasse der Brauerei zu Abend essen, doch leider haben wir nicht reserviert und haben großes Glück noch drinnen einen Platz zu bekommen, denn auch hier ist es ziemlich voll und ehrlich gesagt, scheinen die Bedienungen ein wenig überfordert zu sein.

Als Vorspeise teilen wir uns geflämmten Ziegenkäse mit Tomaten-Chutney auf einem kleinen gemischten Salat. Als Hauptspeise nimmt mein Lieblingsmensch den butterweichen Schmorbraten vom Vielanker Auerochsen mit kräftiger Dunkelbiersauce mit grünen Bohnen und buttrigem Kartoffelstampf und ich nehme die gebackene Rote-Bete-Falafel mit kleinem gemischten Salat und Tomaten-Marmelade. Die Tomaten-Marmelade/Chutney finde ich sooo lecker, dass ich mir noch Nachschub ordere. Es ist alles suuupppeeer lecker. Und das leckere Essen hebt sogar ein wenig die Stimmung… *lach*

Einen Haken hat allerdings das Ganze, mir bekommen die Getränke dort nicht. Weder die Zitronenlimonade, noch das Mineralwasser… Wie gut, dass wir in der Trude auch noch Getränke dabei haben.

Heute gehen wir recht früh ins Bett – vielleicht auch um uns gegenseitig ein wenig aus dem Weg zu gehen – und genießen die Ruhe.

Tag 10: Sonntag, 12.06.2022

Vielank – „Klangens Hof“ in 27367 Bötersen (NI): 170km

Heute Morgen bin ich noch vor meinem Lieblingsmensch aufgestanden, hab mir ganz leise einen Kaffee gekocht und hab mich draußen auf die Bank gesetzt. Herrlich, wenn man nur die Vögel zwitschern hört…

Mittlerweile sind wir unterwegs zum „Klangens-Hof“ (*unbezahlte Werbung*) in Bötersen. An Wald und Wiesen vorbei und haben auf unserer Tour das Deutsche Panzermuseum (*unbezahlte Werbung*) in Munster entdeckt, bei dem wir jetzt einen Zwischenstopp einlegen. Es ist schon überwältigend, wie sich die Technik entwickelt und was es alles zu sehen gibt. Nur schade, dass das alles nur zur Kriegsführung gebraucht wird. Das hat meine Stimmung dann doch wieder ein wenig getrübt.

Nach der Tour durch’s Museum fahren wir, am Heide-Park (*unbezahlte Werbung*) vorbei, bis zum Großen Bullensee und auf der Straße dorthin kommen uns acht Militärfahrzeuge entgegen – davon fünf Panzer! Schon ein bisschen gruselig für mich.

Wir versuchen unsere Kinder zu veräppeln und erzählen ihnen, dass wir hier einen Zwischenstopp einlegen, doch sie wollen Beweisfotos wie ich in der Achterbahn sitze… Tja, wie gut sie uns doch kennen… *lach* Versuch gescheitert… Solche Vergnügungsparks sind nichts für uns und das wissen sie nur all zu gut.

Am Großen Bullensee angekommen legen wir hier ein Päuschen ein. Eine Runde um den See darf es sein und danach geht mein Lieblingsmensch sogar mit den Füßen ins Wasser. Das Interessanteste an diesem See ist, dass das Strandufer ca. 40-50 Meter und max. kniehoch in den See hineinreicht und somit für Kinder bestens geeignet ist. Noch dazu ist das Wasser sehr, sehr warm. Danach allerdings geht es tief runter und das Wasser wird auch kälter. Ich selbst mag keine Seen zum Schwimmen und möchte da auch nicht wirklich mit den Füßen rein. Wenn das, das Meer gewesen wäre, dann schon.

Weiter geht’s zu unserem Stellplatz, an dem wir uns gleich mit allerlei Leckereien eindecken und einen „Snack“ genießen. Wir haben beide Hunger! *lach*

Auf dem Stellplatz selbst bekommen wir das Angebot das WC und die Dusche zu nutzen und unseren Wasservorrat aufzufüllen, was wir sehr gerne in Anspruch nehmen – zumindest Dusche und Wasser…

Auf meiner Geocaching-App (*unbezahlte Werbung*) entdecke ich, dass es hier an der Feuerwehr einen Cache geben soll und da ich es bis jetzt noch nicht geschafft habe, es auszuprobieren, versuchen wir es heute gemeinsam. Der Weg dorthin ist mit „Kompass“ schon eine Herausforderung, doch „noch“ leicht zu meistern. Am angegebenen Punkt selbst finden wir allerdings nichts und als Hinweis steht nur „ekneartlegov“. Mein Gott was für ein Kauderwelsch, da hat sich bestimmt jemand verschrieben. Naja, dann eben nicht. In der nächsten Ortschaft gibt’s ja noch welche, da können wir ja eben mal hinlaufen…

Ich komme auch noch auf die Idee einen Feldweg zu laufen, der ist zwar nicht in der Karte eingezeichnet, doch theoretisch bringt er uns genau dorthin. Leider nur theoretisch, denn irgendwann geht es nicht mehr weiter und wir stehen nur noch vor unpassierlichen Gebüschen, Graben, etc. Also, mittlerweile sehr frustriert, kehren wir wieder zurück. Und irgendwie ist mein „Schwung“ beim Laufen auch weg. Ich glaube, wir brauchen fast doppelt so lange für den Rückweg… *lach*

Der Cache an der Feuerwehr lässt mir allerdings keine Ruhe und somit beschließe ich, dass wir nochmals danach suchen sollten. Auf dem Weg dorthin fällt es mir dann wie Schuppen von den Augen, „ekneartlegov“, ist rückwärts geschrieben und heißt eigentlich „Vogeltränke“!! Oh man!! Also los geht’s zur Vogeltränke und dort passiert es, ich erwische zwei andere Mädels, die auch noch danach suchen. Das sollte natürlich nicht passieren, doch ich freue mich wie Bolle, denn so können sie mir noch ein paar wichtige Infos geben, denn es ist ja mein allererster Cache! Überglücklich befolge ich alle ihre Anweisungen und danke den beiden Mädels. Der beste Tipp ever ist, dass ich mir unbedingt eine kleine Ausrüstung zulegen soll, mit Lampe, Pinzette, Magnet, Stift, etc., denn so etwas braucht man hier öfters. Okay, ist notiert!

Nachdem wir jetzt, endlich wieder glücklich, an der Trude ankommen, entscheiden wir uns, für das Abendessen den Aal zu verarbeiten und machen uns eine leckere Aal-Paella. Allerdings habe ich den Safran vergessen und somit bleibt sie ein bisschen farbloser als sonst. Lecker ist sie trotzdem allemal. Und da meine Mama gerne die Fischköpfe ist, schicken wir ihr zumindest mal ein Foto vom Kopf… *lach*

Danach geht’s an den Abwasch, eine Runde Kniffel und Triomino spielen und ab ins Bett!

Übrigens ist hier alles sehr flach, so dass bestimmt auch die eine oder andere Fahrradtour sehr schön wäre, wenn mir nur nicht alles davon weh tun würde…

Morgen gibt’s dann den nächsten Teil unserer Tour für Dich! Bis dann…

Alles Liebe, Susana

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